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INFILTRATIONEN/ULTRASCHALLGESTEUERTE INTERVENTIONEN AM BEWEGUNGSAPPARAT

Die Durchführung von Infiltrationen (Spritzen) am Bewegungsapparat unter Verwendung von Ultraschall bietet den grossen Vorteil, dass die Zielstruktur (Muskel, Bänder, Sehnen etc.) zielgenau erreicht werden kann und so Verletzungen im Gewebe durch „blindes“ Suchen mit der Nadel vermieden werden. Der Wirkstoff gelangt somit genau an die Zielstruktur und kann dort seine effektive Wirkung entfalten. Sämtliche Infiltrationen werden bei uns unter strenger Beachtung der Antidoping Bestimmungen der World Anti Doping Agency (WADA) durchgeführt.

Wir verwenden folgende Wirkstoffe:

PRP („Eigenblut“)
PRP (= eng. Platelet-Rich Plasma, dt. thrombozytenreiches Plasma) kommt häufig in der Behandlung von Sportverletzungen zum Einsatz. Dabei wird das mit Thrombozyten und Wachstumsfaktoren angereicherte Blutplasma des Patienten in das verletzte Gewebe oder Gelenk gespritzt. Dies stimuliert die körpereigene Regeneration und Heilung. Diese Methode wird häufig bei Sehnenverletzungen, Muskelrissen und Gelenkproblemen angewendet. In der Regel werden 3 (2-5) Injektionen im Abstand von 7-10 Tagen durchgeführt.
Hinweis für Patienten: 1-2 Tage vor der Injektion und 10-14 Tage nachher sollten keine entzündungshemmenden Schmerzmittel eingenommen werden, da die Blutplättchen beeinträchtigt werden können und dies eventuell die Wirkung verringert. Es sollte zudem 48h vor der Infiltration genügend getrunken werden und auf sehr fettige Speisen verzichtet werden. Es handelt sich in der Regel um eine Selbstzahlerleistung.

Hyaluronsäure
Hyaluronsäure wird am Bewegungsapparat häufig zur Behandlung von Gelenkschmerzen, insbesondere bei Arthrose, eingesetzt. Sie wird in das betroffene Gelenk injiziert, um die Gleitfähigkeit und die mechanischen Eigenschaften des Knorpels zu verbessern, Entzündungen zu reduzieren und die Beweglichkeit zu erhöhen. Auch Sehnenentzündungen können behandelt werden. Hyaluronsäure kann Schmerzen lindern und so die Lebensqualität deutlich verbessern. Es handelt sich in der Regel um eine Selbstzahlerleistung.

Arnika
Arnika-Infiltrationen werden am Bewegungsapparat zur Behandlung von Entzündungen und Schmerzen verwendet. Bei akuten Reizzuständen und chronischen Entzündungsprozessen wie einer Schleimbeutelentzündung (Bursitis) oder Sehnenentzündung (Tendinitis) können durch die (wiederholte) Injektion in das betroffene Gewebe Heilungsprozesse gefördert, Schwellungen reduziert und Schmerzen gelindert werden. Diese Methode wird häufig bei Sportverletzungen und muskuloskelettalen Beschwerden eingesetzt.

Lokalanästhetika (LA)
Lokalanästhesie wird am Bewegungsapparat eingesetzt, um Schmerzen während medizinischer Eingriffe oder bei akuten Verletzungen zu lindern. Durch die Injektion eines Betäubungsmittels in das betroffene Gebiet werden die Nerven blockiert, wodurch Schmerzempfindungen vorübergehend ausgeschaltet werden. Dies ermöglicht schmerzfreie Behandlungen und Eingriffe.
Injektionen mit LA können diagnostisch (zur Differenzierung der Schmerzortes) oder therapeutisch (Unterbrechung Schmerzgedächtnis) eingesetzt werden.
Reine LA Infiltrationen zu therapeutischen Zwecken werden nicht standardmäßig eingesetzt, meistens kommen sie kombiniert mit anderen Wirkstoffen (Arnica, Kortison, etc.) zum Einsatz.

Sklerotherapie
Die Sklerotherapie (Verödung) kommt bei Überlastungsschäden an Sehnen (Tendinopathien) zum Einsatz. Dabei wird eine sklerosierende Substanz in die Blutgefäße injiziert, die in die Sehne einwachsen. Dadurch werden nicht nur die neu eingewachsenen Gefäße (Neovaskularisationen) sondern auch die angrenzenden schmerzvermittelnden Nervenfasern, die für den Schmerz verantwortlich gemacht werden, zerstört.
Dies kann die Heilung fördern und die Schmerzsymptome lindern, insbesondere bei Sehnenentzündungen und Sehnenansatzbeschwerden.

Cortison (bei ausgewählten Indikationen)
Cortison-Infiltrationen am Bewegungsapparat werden zur Reduktion von Entzündungen und Schmerzlinderung eingesetzt und kommen vorallem bei aktivierter Arthrose (Gelenkentzündung) oder auch Schleimbeutelentzündungen (Bursitis) zum Einsatz.
Die Wirkung tritt in der Regel relativ rasch ein und somit ist es für eine schnelle Schmerzreduktion gut geeignet.

crossklinik-ultraschallgesteuerte-Intervention
Zielgenaue Platzierung der Nadel (N) an der Achillessehne (AS), das Sehnengewebe wird hierbei nicht verletzt.
crossklinik-ultraschallgesteuerte-Intervention

Wenn in der Ultraschalluntersuchung neugebildete Äderchen (sogenannte „Neovaskularisationen“, oben rot im Bild) nachgewiesen werden, kommt eine Sklerotherapie in Frage. AS= Achillessehne